Die Presse über Frank Astor

 

 

 


"Landsberger Tagblatt " vom 16.03.2005
Frank Astor zeigt, wie man sein Leben verplempert

Landsberg (löb).

"Alle werden eingeschlossen und müssen mitmachen!" Nach dieser Androhung machte Frank Astor gleich einige "eingezogene Köpfe" in den ersten Reihen aus. Manch einer der Zuschauer im voll besetzten Foyer des Landsberger Stadttheaters mag sich in der Tat ein wenig gewundert haben. Kabarett oder Lebensbewältigungsseminar? Die Lösung kam vom Agierenden auf der Bühne: Es ist beides und nennt sich "Seminarkabarett".

"Love it - Change it - Leave it". Diese drei Möglichkeiten sind nach Meinung von Frank Astor wohl mit die Besten, wenn es darum geht, mit Problemen aller Art fertig zu werden, um das Leben genießen zu können. Aber es soll auch sie geben: Diese ewig Miesmachenden, mit finsterer Miene Einherkommenden. Für sie hatte der Kabarettist "20 Methoden sein Leben zu verplempern" dabei und breitete diese genüsslich aus, mal sanft ironisch und introvertiert philosophierend, mal als "Großgruppencoaching" unter Einbeziehung des Publikums.

An einer großen Tafel wurde das Gesprochene schriftlich vertieft, wie in Seminaren eben üblich. Die gängige Kleingruppenarbfcit ließ Astor unter den Tisch fallen, denn "dafür haben Sie zu wenig Eintritt bezahlt". Er begnügte sich mit einem "Summback" als Meinungsabfrage. Wie also verplempert man sein Leben? Das kleine "don't" vor die eingangs erwähnten drei  Möglichkeiten  gesetzt - und  schon klappt es vorzüglich. Sich immer wieder über dasselbe Problem aufregen, die Sammlung von unnötigen Gegenständen in Haus oder Wohnung um Gotteswillen nicht auflösen, an den Unwirtlichkeiten des Lebens festhalten. Und der Möglichkeiten sind es weitere, schier unendlich viele, die Frank Astor ausgemacht hat. Verständnis für alles, nie genug kriegen, kontrollieren, sabotieren: "Sage mir was ich tun soll, und ich weiß, was ich zu sabotieren habe."

Oder der "Fusselblick", der bei allem Schönen immer nur das Haar in der Suppe sieht. Als Feedback wird zwischendurch ein Summback gefordert, bei dem Astor mit schlafwandlerischer Sicherheit Selbstbetrüger entlarvt und die Dunkelziffer abschätzt. Mit melancholisch-depressiven Liedern aus dem Jammertal der ewig Unzufriedenen outet sich Astor zudem als Gitarrist und Sänger. Ebenso präsentiert er sich als begnadeter Imitator von Persönlichkeiten, sowohl stimmlich als auch gedanklich und gefühlsmäßig.

Abschließend werden alle Methoden im Schnelldurchlauf noch mal geprobt, ganz so wie in einem richtigen Seminar eben und wie es Frank Astor als Persönlichkeitsentwickler, der er im realen Leben ist, mit Selbstständigen und Führungskräften trainiert. Und wer's dann immer noch nicht kapiert hat, für den gab's den diskreten Hinweis zwischendurch "auf meine Homepage" mit den unendlich vielen Links, um vermutlich das eben Gehörte anzuwenden und weitere Zeit genüsslich zu verplempern.


21.10.04 Gelnhausen (woe). In seinem „Hilfreichen Kabarett“ hat Frank Astor am Dienstagabend 200 Lernwilligen in der Gelnhäuser Stadthalle 20 Methoden nähergebracht, das Leben konsequent und mit System zu verplempern. Eine vergnügliche Orientierungshilfe der etwas anderen Art.
Der Kabarettist schöpft dabei aus seiner reichen Erfahrung mit ernst gemeinten Seminaren für Persönlichkeitsentwicklung. Astor dreht den Spieß beliebter „Positiv denken-Seminare“ einfach um und pflegt einen Abend lang vergnügt die Kunst des Miesmachens. Jeder kennt die beschriebenen Verhaltensweisen, die Lust am Leid. „Socken-Memory“ nach dem Waschtag, immer in der falschen Schlange anstehen, sich die geschmacklose Hose vom Verkäufer andrehen lassen.
Gleich zu Beginn kündigt Astor jede Menge „peinliche Fragen“ an. Die erste: „Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch drei Monate zu leben hätten?“ Zunächst schlägt er „Kleingruppengespräche“ vor, zieht es dann aber vor, mit „Summback“ abzustimmen. Wer möchte einen lang gehegten Traum verwirklichen? Lautes Summen als Antwort. Frank Astors Rezept, die Situation zu meistern: „Einfach mal den Abwasch stehen lassen.“ Er kennt verschiedene Methoden, mit Problemen umzugehen. Eine besonders effiziente Möglichkeit, sein Leben zu verplempern, ist die Beschäftigung mit dem Computer. Ein Computerabsturz verbraucht jede Menge Zeit und Nerven. Die Phrase „schnell mal was ausdrucken“ ist für den „Coach“ ein Widerspruch in sich. Garantiert dauert das Vorhaben mindestens fünf mal so lange wie geplant. Effektiv und einfach ist es auch, eine nette, kleine Depression zu pflegen. „Wenn du mies drauf bist, umgib dich mit Dingen, die mies sind“, rät Astor. Konsequentes Einmischen und ungebetene Ratschläge in Dinge, von denen man keine Ahnung hat, können jeden blitzschnell nach vorne bringen. Auf der Unbeliebtheitsskala. Die praktische Umsetzung zu Trainingszwecken erfolgt sofort: Astor fordert einen Gast auf, dringend etwas gegen seine verkrampfte Haltung zu tun, Krankengymnastik vielleicht. Doch Andreas aus der ersten Reihe ist schlagfertig: „Ich halte mir doch nur den Bauch vor Lachen.“


Süddeutsche Zeitung, 28.9.2004

Großgruppen-Coaching
Frank Astor zeigt, wie man sein Leben verplempert !

Meint der eloquente in einen schicken, hellen Dreiteiler gewandete Redner da vorne auf der Bühne das jetzt wirklich ernst, was er da so erzählt? Wenn er über nette Depressionen, sich selbst überschätzende, überbezahlte Manager, unbegebetene Ratschläge, Socken-Memory, die neue Orientierungslosigkeit, moderne Patchwork-Familien, Verdrängung, unerledigte Geschäfte, nervernde Computerabstürze, verkrachte Beziehungen, über das Kontrollieren, Sabotieren und Perfektionieren spricht? Trainiert da jetzt der Coach seine Klienten oder fühlt da eben nur der clevere Kabarettist auf den Zahn derer, die so ihre Schwierigkeiten haben, ihr Leben optimal zu steuern oder gar zu bewältigen? Und versucht dabei jene zu entlarven, denen die Sinnfragen und Bezüge zur Realität ein wenig abhanden gekommen sind?
So manch einer im Publikum war sich da wohl Anfangs nicht so sicher und brauchte erst einige Zeit, um sich richtig zu locker den von Frank Astor vorgestellten "Methoden , sein Leben zu verplempern" hingeben zu können. Denn der 45-jährige Frank Astor ist Schauspieler, Regisseur und Kabarettist, aber eben auch Leiter des eigenen Instituts für systemische und kreative Persönlichkeitsentwicklung. Und genau vor diesem Hintergrund funktioniert sein aktuelles Programm eben.

Knapp 140 Zuschauer haben sich am Sonntagabend im vollbesetzten Tonnengewölbe des "Mauerhansl" zum "Seminarkabarett" und einem kabarettistischen Grossgruppen-Coaching zusammengefunden. Wie so oft bei Seminaren sollte erstmal in kleinen Gruppen am Tisch diskutiert werden. Und zwar die Frage: "Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch drei Monate zu leben hätten?" Der Meister jedenfalls schlägt vor, erstmal den Abwasch stehen zu lassen.

Nun gut, künftig wurde dann nicht mehr diskutiert, sondern nur noch per "Summback" abgestimmt, gemeinsam der Po zusammengekniffen oder ein fröhliches Lied geträllert, um sich selbst zu erfahren. Wenn nicht gerade Coach Astor auf seine Homepage verwies oder mit Songs wie " Das Gras ist alway greener on the other side" und eigener Gitarrenbegleitung versuchte die "Zielerreichung" zu beschleunigen: Drei wichtige Methoden sein Leben zu verplempern, seien hier vorgestellt: 1. Don´t love it. 2. Don´t change it. 3. Don´t leave it.

Am Ende war klar, dass die besten Geschichten eben immer noch das Leben schreibt und dass die zwei Stunden für das "Seminar" nicht verplempert waren. Sollte weiterhin Beratungsbedarf bestehen: Jeden letzten Sonntag im Mauerhansl findet das "Seminarkabarett" statt oder aber: Besuchen Sie doch einfach die Homepage: www.frankastor.de
NICOLA SEIPP



Hilfreiches Kabarett
Frank Astor in "20 Methoden, sein Leben zu verplempern."


Hermeskeil und Trier. Eine Anleitung zum Unglücklichsein bekamen die jeweils 250 Besucher der kabarettistischen Grossgruppenberatung mit Frank Astor im Johanneshaus während des Hermeskeiler Kulturherbstes und am darauf folgenden Abend im grossen Saal der Tuchfabrik in Trier. Sie erlebten einen fruchtbaren Abend zum Schmunzeln und Ernst nehmen.

Kennen Sie ihn, den Fusselblick? Die Zuschauer, die einen überaus amüsanten und erkenntnisreichen Abend verbrachten, wissen, worum es geht. Um den Perfektionisten, der selbst in einer knisternden, sinnlichen Atmosphäre dem versehentlich nicht entfernten Preisschild am aufreizenden BH mehr Beachtung schenkt als der reizvoll gekleideten Dame des Herzens.
"Sie lehnen sich gemütlich zurück. Sie lachen, wenn Sie etwas witzig finden. Und keiner muss auf die Bühne", kündigte der charmante, auf den ersten Blick fast unschuldig wirkende Frank Astor sein brandaktuelles Stück an. Er entpuppt sich nicht nur als exzellenter Verwandlungskünstler und Musik-Kabarettist, er flunkert auch. Permanent bezieht er das Publikum in die Großgruppenberatung, in der er frech-erheiternd manche Lektion für das Leben erteilt, mit ein; und auf der Bühne schwitzt gegen Ende auch ein Herr aus dem Publikum.
"Lassen Sie beide Mundwinkel nach unten fallen", fordert er das Publikum auf. "Wie gut sich das anfühlt..." Ob Pessimisten, Perfektionisten, Geber von ungebetenen Ratschlägen oder Helferinnen - "die definieren sich durch ihre Unentbehrlichkeit und Heiligenschein und Brustkrebs ist ihnen garantiert" - sie alle kriegen ihr Fett weg und die Zuschauer permanent einen Spiegel vorgehalten. Schon in der Pause, die die Besucher auf Astors Empfehlung verplempern sollen, zeigt das heilsame Kabarett seine erste Nebenwirkung. " Es ist wahr. Ich sehe auch viel zu oft das Schlechte", sagt eine Besucherin. In der zweiten Runde stößt der Meister der Ironie das negative Gedankenkarussell des Publikums nochmals kräftig an, brilliert als Stimmenimitator von Bush bis Rau und lässt das Publikum "an den Früchten seiner Weisheit" teilhaben. Und die sind vielfältig, saftig und gereift. "Vielleicht hat er früher zur Sonntagsmesse gehen müssen, der Lehrer hat ihn ständig übersehen...", singt Astor und prangert die "Psychoszene" mit ihrer "Alles-ist-erklärbar-Mentalität" an, die sich in Kindheitstraumata suhlt. Die Macken des High-Tech-Zeitalters und die der katholischen Kirche führt der in Hermeskeil geborene Künstler einem ergötzlichen Publikum vor Augen. Die ganze Palette der Absurditäten - in erster Linie die des Alltags und des unermesslichen Leidenwollens, auch die des Weltgeschehens - macht der Künstler zum Thema. In köstliche Wortspielereien verpackte "Umstände dess Lebens" serviert "Guru" Astor, ein Kabarettmenü sowohl für Feinschmecker als auch für die Liebhaber deftiger Kost. Am Ende weiss das Publikum nicht mehr, ob es eineinhalb Stunden auf der Therapie-Coach mit dem Ziel " Wie geht es mir so richtig schlecht" oder auf den Theaterstühlen einen vergnüglichen Abend verbracht hat. "Um 20 Methoden bereichert", damit man garantiert unglücklich sein kann, gibt dennoch garantiert niemandem das Gefühl, einen Abend verplempert zu haben. Davon jedenfalls zeugten die Mundwinkel, die ganz weit nach oben zeigten. ek/pr


Schwäbische Zeitung im Juli 2004

Das Leben ausgiebig vergeuden
Kaum genug Plätze hatte der Festsaal im Rathaus, als Frank Astor mit seinem "therapeutischen Seminarkabarett" - 20 Methoden, sein Leben zu verplempern", gastierte. Damit waren zweieinhalb Abendstunden kurzweilig verbracht von Hör- und Lernwilligen.
Braun gebrannt, Unternehmergeist und Selbstbewusstsein im Blick, die Locken köhlerartig frisurunwillig, so trat er vors Volk. Dandylook im cremefarbenen Dreiteiler mit ziegelroten Accessoires, na, da war der Erfolg schon programmiert!
Gewiss waren es schon 21 Arten - hochgepriesen von Managementeffizienzsteigerungsexperten und Lifestyletrendsettern - die jeder von sich selbst, sicher aber vom Ehepartner, der besten Freundin und den Stammtischkumpels kennt: Wie "Was tätest du, wenn du nur noch drei Monate zu leben hättest? Denke eine halbe Stunde nach, diskutiere mit sechs Leuten und fasse das Ergebnis in zwei Minuten zusammen!" Die Apfelbäumchenpflanzer und Horaz-Fans ("Carpe diem!") ließen sich an einer halben Hand zählen. "Das Leben ist wie eine Hühnerleiter, beschissen, aber kurz..." intonierte Astor zur Gitarre, zwar nicht so schmelzend wie Freddy Quinn, doch kriegten die ganz oben auf besagter Leiter ihr Fett ab, die ungeselligen Singles, die alles selber besser können, einschließlich Herzinfarkt vorm Fernseher und Abtransport als Mumie drei Monate später -- die Wichtigtuer, die stets im Übermorgen leben und die Internetchatter (früher Fernsehzapper), die vor lauter Virtualität sogar den Wonnemonat Mai verpassen.
Das Vorspiel war also schon so gut wie der Hauptgang nebst Dessert: Empfohlen dafür wurden gleich die Methoden eins bis drei: Jammern, Grollen, Schmollen beziehungsweise Meckern, Nichtstun, Klammern oder Standhalten, weil's so charakterfest ist, obwohl Flüchten lebenssinnrettend wäre. Auch der Neidkomplex gehört in diese Kategorie: Stets ist das Gras grüner auf der anderen Seite des Zauns - für die doofen Kühe, die mit oder ohne Saitenspiel und Schmalz in der Kehle "weiter so machen, Deutschland!"
Imitation von Zeitgenossen
Derart leitete der Oberguru seine Herde zum spirituellen Erwachen und gleich wieder darüber hinaus, Lachsalven durchzitterten die Sommerabendstimmung. Ob "anonyme Computergeschädigte", Schwimmer in der Betroffenheitsbrandung, Berufshelfer, die seelisch von der Unselbstständigkeit ihrer Schäfchen profitieren und Toleranz-Apostel, die die Intoleranz umarmen bis zum Messerstich ins eigene Rückenmark, sie wurden mit Vergnügen durchgehechelt und frech im Liedermachersound vertont. Flotte Imitationen großer Zeit- und Unzeitgenossen entfalteten sich aus der "Scheuklappen"-Frage: "Ein Huhn überquert die Straße - Warum?" Dass dabei George W. Bush den Vogel abschoss im Sinne des Wortes, war wohl klar.
Wem dieser bescheidene Abglanz eines Abends, randvoll gesteckt mit bahnbrechenden Erkenntnissen zu Fragen des Eheglücks und seiner professionellen Vereitelung, der pädagogischen Weiterbildung mit garantiertem Pisa-Test-Misserfolg inklusive McDonald"s-Leibesumfang nicht genug ist, der beehre persönlich Astors Lebenshilfekurse: Der Bedarf ist, wie der heftige Beifall zeigte, noch riesig.


Murnauer Tagblatt 2004

Spezialist für alle Sinnfragen
Kabarettprofi Frank ASTOR in Murnau


Murnau - Nein, das war kein Kabarett nach gewohntem, üblichen Muster. Als kabarettistische Großgruppen-Beratung tituliert vielmehr Frank Astor sein durchweg ironisch angelegtes Abendprogramm. Doch zu therapeutisch soll das ganze nicht werden, wie er voraus schickt: Denn dazu haben Sie alle zu wenig Eintritt bezahlt. Seine über 150 Zuhörer im Murnauer Kultur& und Tagungszentrum atmen erleichtert auf.
Also doch kein Seelenstrip in willkürlich zusammen gewürfelten Kleingruppen, wie es Astor zuvor verordnet hatte.
Sinnfragen, Zwänge, Probleme moderner Patchwork-Familien, neue Orientierungslosigkeit: Astor ist Fachmann für alle jene Erscheinungen, die unsere Zeit hervorgebracht hat. Und seziert diese mit Genuss. Wobei ihm das jeweilige Stimmungsbild im Saal wichtig ist, das er wiederholt per "Summback" ermittelt. Z. B., wenn es um unnütze Gegenstände in der eigenen Wohnung geht, die man eigentlich dem Sperrmüll anvertrauen könnte. Oder um das richtige Verhalten, wenn einem in dunkler Nacht ein Unhold gegenübersteht. Kabarettistisch beantwortet er Lebensfragen aller Art. Entsprechend sind seine Ratschläge: Wenn Sie mies drauf sein wollen, müssen Sie sich mit Dingen beschäftigen, die mies sind. Oder: "Sage mir was ich tun soll, und ich weiß, was ich zu sabotieren habe."
Dazwischen imitiert er gekonnt Prominente wie Albert Einstein, Johannes Rau und George W. Busch mimt einen arbeitslosen Top-Manager, um schließlich das herrlich schräge Lied "Auch mal an die im Abseits denken, gebrauchte Pornos dem Altersheim schenken" zu interpretieren. Dabei entpuppte er sich nicht nur als ein Meister der Worte, sondern auch des Gesangs.
Sofort gelang es Astor die Menschen im Saal mit seinen beißend ironisch gemeinten Betrachtungen für sich zugewinnen. Zum Schluss rangen sie ihm sogar noch eine Zugabe ab, ein Lied mit dem hoffnungsvollen Text "Denn am Ende wird doch alles gut". Vielleicht behält er ja Recht.
Heino Herper



20 Methoden, sein Leben zu verplempern
Astor präsentiert neues Programm

Münchner Merkur 2004 von Thomas Lochte
Ja, Orientierung tut Not in diesen orientierungslosen Zeiten: Wie gut, dass es da inzwischen den Typus des Seminar-Kabarettisten gibt! Das sind Menschen, die uns pures Wissen unterjubeln, ohne dass wir es vor lauter Amüsement überhaupt merken. Wie gut auch, dass es jemanden wie den Kabarettisten Frank Astor gibt, der uns dazu noch 20 Methoden, sein Leben zu verplempern, serviert. In Wahrheit sind es sogar noch einige Anregungen mehr. Astor trifft mit diesem seinem neuen Programm ziemlich genau den Nerv des Publikums. Er analysiert haarscharf, was bei uns allen so schief läuft auf der verschissenen Hühnerleiter des Lebens, und sparte dabei auch nicht mit genau beobachteten Szenarien des täglichen Horrors.
Doch Astor belässt es nicht bei den dankbaren Lachern der blanken Selbsterkenntnis, sondern macht uns anschließend recht konstruktive Vorschläge wie das Zwei-Minuten-Schmollen oder, dass man die Wörter "schnell" und "ausdrucken" tunlichst nicht in ein und demselben Satz verwenden sollte. Astor hat für fast alle Situationen eine Methode parat, damit fertig zu werden. Ob wir uns Patchwork-Daddy schimpfen oder nach dem Waschtag mal wieder Socken-Memory spielen müssen. Selbstverständlich basiert sein hilfreiches Kabarett auf den üblichen statistischen Erhebungen, die mitunter sogar via Summton spontan dem Publikum entlockt werden (Summback), und selbstredend wahrt Frank Astor dabei die typische Contenance des Service-orientierten, sanft ironischen Überzeugers.
Astor gibt nicht zufällig neben seinen als Kabarett etikettierten Auftritten auch ernst gemeinte Coaching-Seminare vor wichtigen Leuten: Der Mann hat uns eben was zu sagen! Er schafft es, dabei die Balance zu halten zwischen seriöser Dozenten-Pose ("Einfach mal den Abwasch stehen lassen!") und Entertainer, Astor überfordert auch nicht unsere abendliche Auffassungsgabe mit all zu viel Erkenntnis-Huberei- nein er singt uns lieber was wie weiland Cat Stevens: "Lass´ma´locker..." Nahrhafter Abend, dicker Applaus.



Ernst gemeint
Frank Astors neues Kabarett als Selbsterfahrungsseminar

Süddeutsche Zeitung 2004
Deutscher Vertreter der Gattung ist Frank Astor, ein freundlicher Zeitgenosse, der mit angemessenem Unernst auf der Bühne steht und seine Weisheiten mit ironischem Unterton zum Besten gibt. Im anderen Leben arbeitet Frank Astor als Coach für oben beschriebenen Menschentypen und bietet zum Beispiel Waldexpeditionen an, bei denen der outgeburnte Manager im Angesicht der Naturgewalten sein Leben wieder in Ordnung bringen kann.

"20 Methoden, sein Leben zu verplempern", nennt Frank Astor sein neues Programm, das er am Sonntag Abend einem gut gelaunten und begeisterten Publikum präsentierte. Astor lockert immer wieder mit Witzen und Anekdoten die durchaus ernst gemeinten, tiefsinnigen Inhalte auf, die gut recherchiert und zusammengestellt sind. Er bewirbt sein Programm als eine Mischung aus Seminar und Kabarett, was durchaus angemessen ist. Er hat etwas zu sagen und das hat bei ihm auch noch grossen Unterhaltungswert.



Wie man sein Leben einfach verplempert
Frank Astor beim Kabarett-Winter in Radolfzell

Gerald Jarausch,Südkurier 2004
... Sein Wissen als Berater von Selbständigen und Führungskräften schlachtet Frank Astor jetzt in einem kabarettistischen Großgruppen-Coaching aus, in dem weder die peinlichen Fragen noch das gemeinsame Lachen fehlen. Und auch die Veranstalterin durfte sich über ein schon seit Wochen ausverkauftes Programm freuen.

Sämtliche Ärgernisse und Probleme eines durchschnittlichen Westeuropäers deckt Frank Astor auf und in der Tat kommt dem Zuschauer Vieles bekannt vor. Der Musikkabarettist kombiniert seinen Frontalunterricht mit Gesangs- und Gitarrenbegleitung, sowie mit lustigen Witzen die er immer wieder in seinen Workshop einarbeitet. Es gibt reichlich zu Lachen und zum Leben verplempern der angenehmen Art.

© ars magna 2005